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Das Für und Wider der Vergesslichkeit

Der zerstreute Professor ist ein bekannter Begriff für eine bestimmte Art der Vergesslichkeit. Er bezeichnet Menschen, die sich im Grunde nicht wirklich im Hier und jetzt befinden. Die Gedanken sind irgendwo anders beschäftigt, so dass jenes, was gerade geschieht, gar nicht wahrgenommen wird.

Diesen Zustand kenne ich von mir auch. Manchmal bin ich einfach nicht da. Nicht dass ich sagen könnte, wo ich mich gedanklich grade befinde, aber es dauert dann eine Weile, bis ich auf Fragen eine Antwort gebe. Für meine Umwelt nicht gerade schön.

Ich bin dann mal weg

So könnte dieser Zustand auch benannt werden. Da und doch nicht da. Körperlich anwesend, aber einfach nicht präsent. Kennst du das auch? Es ist, als ob sich ein großer Teil von dir gerade irgendwo anders befindet. Manche Menschen sagen dazu, dass sich ihre Seelen gerade auf einer anderen Mission befinden. Und so unwahrscheinlich ist das gar nicht.

Schließlich sind wir ja so viel mehr als dass, was wir hier von uns wahrnehmen. Und unsere großen Seelen, unser Hohes Selbst mögen tatsächlich energetisch gerade an anderer Stelle gebraucht werden. Ganz sicher sind wir manchmal tatsächlich seelisch Unterwegs.

Doch wann geschieht so etwas?

Dann, wenn wir hier gerade Aufgaben haben, die unsere volle Aufmerksamkeit benötigen, klappt das mit dem Hier sein oft sehr gut. Doch sobald diese Anforderung nicht mehr besteht, schaltet sich ein Teil ab, ist möglicherweise anderswo im Einsatz.

Es ist aber auch ein Mangel an Achtsamkeit, der zu diesem Ergebnis führen kann. Achtsam Sein, bewusst alles zu tun, was zu tun ist, ist auch eine Form von gelebter Meditation. Sich Selber wahrnehmen in jeder Situation, und sei sie vermeintlich noch so langweilig. Den Körper spüren, sich in Bewegung zu genießen, Freude zu entwickeln darüber einfach Da zu Sein.

Für die Vergesslichkeit

Ich finde allerdings, dass Vergesslichkeit auch seine wirklich guten Seiten hat. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich durch meine Vergesslichkeit in der Regel auch überhaupt nicht nachtragend bin. Wenn eine Situation geschehen ist, ist sie auch schon Vergangenheit. Diese Form der Vergesslichkeit bedeutet, nicht an Altem zu hängen, nicht zu grübeln über ein was wäre wenn oder was hätte sein können.

Wenn heute eine Situation auftritt, die mich emotional aufwühlt, dann nehme ich sie zum Anlass, genau hinzuschauen was mich da bewegt. Dann kann ich es lösen – und in dem Augenblick ist es auch schon wieder abgeschlossene Vergangenheit.

Wenn diese Art der Vergesslichkeit einen Nachteil hat, dann den, dass einfach sehr vieles später nicht mehr so abrufbar ist. Doch ich sage mir immer, dass was wirklich wichtig ist, das bleibt, alles andere darf auch vergessen werden. Dann ist mehr Platz auf dem Speicherchip für etwas Neues. 

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